der neue grill

Unser Traum ist wahr geworden!


Wir haben jetzt einen gemauerten Grill und sind nicht mehr auf einen kleinen runden Standgrill angewiesen.

Eigentlich habe ich nie etwas gegen unseren alten Grill gehabt. Die Kohle zieht schnell durch, er nimmt wenig Platz weg und war recht billig. Dummerweise ist die Grillfläche relativ klein (besonders, wenn Besuch da ist) und es gibt kaum eine Möglichkeit, die Kohle an den Rand zu schieben und das Fleisch indirekt zu grillen.
Da wir den Grill gerne anschmeissen, haben wir uns entschlossen, dass ein neues Teil angeschafft werden muss.
Grills aus Fertigteilen haben wir uns angeguckt, sind aber nicht so recht auf Gegenliebe gestossen und da Jürgen, ein guter Freund von uns, mauern kann und handwerklich was drauf hat, gab es nur noch eine akzeptable Alternative:
Steine, Zement, Estrichbeton und ein paar Kästen Hefeweizen kaufen und dann alles in Handarbeit!

Das Fundament sitzt in einem 120cm x 80cm Loch und ist ca.40cm tief.

Als Drainage und zum Glätten des Unterbodens haben wir eine dicke Schicht Splitt eingekippt. Er verdichtet sich gut und sorgt dafür, dass Wasser unter dem Beton ins Erdreich abgeleitet wird.

Das Fundament war ein willkommener Anlass für eine Grundsteinfete.

Das eigentliche Fundament ist 20-25cm dick und sollte stabil genug sein für spätere 2 Tonnen Masse.

Als nächstes folgen die ersten Aussenringe des eigentlichen Grills.
Da unser Grill rustikal aussehen soll, haben wir uns für Feldbrandsteine entschieden. Sie sind zwar teurer, werden aber von Hand auf Kohle gebrannt und jeder Stein hat eine individuelle Note; sie unterscheiden sich in der Farbgebung und sind von rauerer Struktur.

Der Bogen sieht zwar erst kompliziert aus, lässt sich aber relativ einfach bewerkstelligen:
Auf ein Holzbrett wird ein Blech gebogen und an beiden Seiten mit Schrauben fixiert. Bevor man die Steine um den Bogen setzt muss man darauf achten, rechts und links Klötze unter das Brett zu legen. Wenn man später das Blech entfernen will, muß man lediglich die Klötze zuerst rausziehen und das Blech mit Brett löst sich von den Steinen.
Der Bogen war ein willkommener Anlass für eine Bogenfete.
Auf die Rückseite des Bogens ist ebenfalls eine "Innenmauer" angesetzt worden.

Als nächstes wird die Aussenmauer bis auf Höhe des Bogens hochgezogen und der Innenraum mit Füllmaterial aufgefüllt, z.B. Steinstücke und Sand. Der Druck wird somit von den Rändern weggenommen und auf die gesamte Fläche verteilt.

Von dem direkten nächsten Schritt habe ich leider kein Bild, aber unser Freund hat die eigentliche Grillfläche gegossen. Die Roste, die wir gekauft haben, sind 60 cm x 40 cm groß.

Die Grillfläche war ein willkommener Anlass für eine Grillflächenfete.

Als Untergrund haben wir aufgrund der Hitze Schamottsteine untergemauert. Außerdem sind diese Steine glatter als die Feldbrandsteine und lassen sich besser säubern. Die erste Schicht auf der Rückseite des Grillraumes ist ebenfalls aus Schamott; es sieht einfach nur besser aus.
Die Arbeits- und Ablagefläche rundrum sollte erst einfach aus Estrichbeton bestehen; Fett und Fleischsaft läßt sich aber nur sehr schwer entfernen und nach kurzer Zeit würde der Grill ziemlich unschön aussehen.

Die Lösung ist eine Granitplatte, die 20 Jahre lang als Treppenstufe gedient hat. Sie sieht rustikal aus, was zum Charakter des Grills passt und ist unempfindlich. Die Fugen sind mit Silikon abgedichtet.
Der Arbeitsfläche war ein willkommener Anlass für eine Arbeitsflächenfete.

Im Folgenden wird der Grillraum hochgezogen. Dieser Abschnitt ist nicht besonders spektakulär; ich empfehle aber das einzementieren von Metallschienen als Führungsschiene für das oder die Grillroste. In unserem Grill befinden sich Schienen auf den zwei untersten Ebenen und in der vorletzten Ebene von oben haben wir die Innenfugen ausgeschält. Auf dieser Ebene hat man die Möglichkeit, auf einem weiteren Rost Brot warm zuhalten oder andere Lebensmittel langsamer zu grillen.

 

Ein weiteres optisches Highlight ist der Bogen über dem Grillraum. Auf ein Brett wird ein dünneres Brett geschraubt und mit einem kleinen Keil in eine Bogenform gedrückt. Als Absicherung gegen Absacken ist auf der Innenseite hinter dem Bogen eine Metallstange rechts und links in den Fugen verankert und drei Metallschlingen umgebogen, die widerum in die Bogenfugen gehen. Ausserdem ist rechts und links eine etwa 15cm lange Stange in die äußeren Fugensteine eingebohrt. Da der Zement Zeit braucht, bis er wirklich durchgetrocknet ist, hat man Zeit für ein Zweites-Bogenfest.

Die wirklich komplizierten Arbeiten sind jetzt erledigt und der Grill nimmt Gestalt an. Es fehlt noch der Abzugschacht, um einen ordentlichen Kamineffekt zu erzeugen. Unser Grill läuft nach oben hin auf eine quadratische Form zusammen. Um den Druck von den Aussenwänden des Kamins zu nehmen, sind in unserem Grill in den Fugen Metallstreben mit eingefugt, die zwischen die Wände gespannt sind.

 

Das stolze Ergebnis inklusive einer abschließenden gegossenen Platte ist auf dem rechten Bild zu bewundern.

Je nach Lust und Laune sollte der Grill jetzt sauber verfugt werden. So wie auf dem Bild rechts sieht der Grill natürlich sehr urig aus; glatt verfugt setzt sich allerdings weniger Dreck und Insekten rein.

 

An dieser Stelle gilt unser Dank vor allem JÜRGEN!
Er hat diesen Wallfahrtsort; diesen Hochaltar der Freude möglich gemacht!

Danke auch an Siggi für den Splitt und an Oettinger für die ganze Flüssigkeit!

p.s.: Zum ersten Grillen hatten wir drei wunderbare Saiblinge umhüllt mit Parmaschinken und Bacon; gefüllt mit Zwiebel, Senf, Bärlauchpesto, Sauerampfer, Knoblauch, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft; zum Schluss mit etwas Olivenöl eingepinselt; ach ja, und in der Bauchhöhle war noch ein Lorbeerblatt und ein Stengel Rosmarin.

 

Guten Appetit!